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Zum Tod von Jörg Haider

Es heißt, Jörg Haider habe auf gerader Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Auf gerader Fahrbahn. Ohne dass Fußgänger, Radfahrer oder andere Kraftfahrer in der Nähe gewesen wären, denen er hätte ausweichen müssen. Das ist erstaunlich, ebenso wie die Tatsache, dass der Kärnter Landesvater offenkundig keinen Versuch unternahm, sein Fahrzeug zu stoppen. Bremsstreifen, und seien sie noch so kurz, sucht man auf den Bildern des Unfallorts vergebens.

Viele offene Fragen

Die Medien ließen in der Vergangenheit eigentlich nie eine Gelegenheit aus, den smarten österreichischen "Rechtspopulisten" Jörg Haider schlecht aussehen zu lassen. Sie blieben diesem alten Brauch auch treu, als ihr Lieblingsfeind mit gebrochenem Genick und Rückgrat am 11. Oktober 2008 unweit von Klagenfurt aus seinem verunfallten Auto gezogen wurde: Ebenso fix wie unisono wurde das tragische Unglück dem Toten selbst in die Schuhe geschoben. Der Bordelektronik zufolge war der Kärntner Landeschef mit 140 km/h unterwegs gewesen, das doppelte der erlaubten Geschwindigkeit. Conclusio: Wer so schnell fährt, ist selber schuld wenn er draufgeht. Gegen erste Zweifel am Unfallgeschehen und aufkommende Anschlagsvermutungen schlagzeilte die veröffentlichte Meinung in dicken Lettern: Tempo zu hoch, Überlebenschance gleich Null.

Nur: Der Wahrheitsgehalt dieser (volkspädagogisch durchaus angebrachten) Formel ist durch tausende von Unfallberichten und Statistiken widerlegt. Zwei Tage nach Haiders Unfall berichtete der User eines Internetforum:

"Ich selbst hatte vor einigen Jahren, übrigens ganz in der Nähe von Dr. Haiders Unfallort, einen sehr ähnlichen Crash (bei mir war's Sekundenschlaf). Das Auto: Ein MB S500L mit deutlich weniger (weil älterer) Sicherheitstechnik. Das Tempo: ca. 180 km/h. Meine Karre war ähnlich zerdepscht wie der Phaeton, bloß die Tür war noch d'ran. Ich (angeschnallt) bin völlig unverletzt (bis auf ein paar Prellungen) durch die Beifahrerseite selber ausgestiegen. So viel zu dem blanken Unsinn, dass man einen solchen Unfall ab Tempo 100 gar nicht mehr überleben kann."


Ob nun gerade dieser spezielle "Erlebnisbericht" den Tatsachen entspricht, ist schwer zu überprüfen. Nachweislich aber recht hat der Chronist, wenn er fortfährt:

"Lady Di's Wagen, gleicher Bauart wie meiner, knallte frontal mit 200 gegen einen Betonpfeiler und der einzig angeschnallte Insasse überlebte auch!"


Die Medien "vergaßen" selbstverständlich darauf hinzuweisen.
Es ist keineswegs der einzige Moment im Fall Haider, bei dem der Journalismus seine Sorgfaltspflicht zusammen mit dem gebotenen Maß an investigativer Neugier hintanstellte.
Viel, sehr viel an der Unglücksnacht von Kärnten war und ist unrund - ohne dass sich die Staatsanwaltschaft (die in der Rekordzeit von 38 Stunden die "Causa" zu den Akten legte) oder die Mainstreampresse darum bekümmerten.

Hier weiter:
Tags: haider, mord, politik, unfall
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  • Testeintrag

    Das soll mal nur ganz kurz ein Testeintrag sein um zu sehen ob alle meine Einstellung nach erfolgter Änderung auch wirklich übernommen wurden.…

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    Bitter... ganz bitter: Das Tintenfisch-Orakel Paul aus dem Sealife in Oberhausen hat einen Sieg Spaniens im WM-Halbfinale gegen Deutschland…

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